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Beschriftung und Kalligraphie
Das innerlichste aller stilistischen
Symbole ist die Schrift. Nicht nur Trägerin fixierter Gedanken über alle Jahrtausende,
sondern gleichfalls mit ihrer ornamentalen Symbolik Vermittlerin des Seelenlebens jener
Zeit. Wer sich mit Schrift beschäftigt, erfährt und erkennt, daß es Freude bereitet,
gestalterisch mit Buchstaben umzugehen, daß ganz allgemein die Phantasie angeregt wird,
und daß der Umgang mit Schrift für optische Phänomene sensibel macht.
Schriftformen
In der karolingischen Epoche (um 800
n. Chr.) entwickelten sich in den Palastschulen von Aachen. in den Klöstern von Fulda,
Reichenau, die lateinische Unzialschrift, auch karolingische Minuskelschrift genannt. Im
11.-12. Jahrhundert entstanden die gotischen Schreibschriften, wie die Textura, die gotica
Antiqua, die florentiner Bastartschrift, sowie die gotische Rotunda. Die Humanisten
schufen eine neue Schrift, deren Minuskeln (kleine Buchstaben) von den römischen, antiken
Inschriften abgeleitet wurden. Johann Gutenberg verwendete die gotische Schrift für den
ersten Druck der Bibel. Da diese Schrift durch die Gleichmäßigkeit der Lettern sehr
schwer zu lesen ist, leitet man zum Ende des 16. Jahrhunderts zwei neue Schriften von ihr
ab, die Fraktur, die gebrochene Schrift und die Schwabacher, eine runde,
starkfleischige Barock- schrift. Zur gleichen Zeit entwickelten sich die lateinischen
Schreibschriften, auch engliche Schreibschriften genannt. Diesen Schrifttypus verwendete
man mit Vorliebe für die barocken Monogramme. Im romanischen Sprachraum herrschte zur
Wende des 15. Jahrhunderts die neu entdeckte Kapitalis Monumentalis vor. Im 18.
Jahrhundert wurde die Schrift in etwas abgeänderter Form, als Antiqua bezeichnet. Ende
des 19. Jahrhunderts entstanden durch das aufkommende Zeitungswesen und die Erfindung der
Schreibmaschine eine Vielzahl von Bastardschriften, Kreuzungen von Antiqua mit
Frakturschriften. In mehr als 60 Ländern der Erde -auf allen Kontinenten- wird heute das
lateinische Alphabet verwendet.
Spektrum meiner Arbeit

Das Spektrum meiner Schriftarbeit
erstreckt sich von der groß angelegten Fassaden- beschriftung über die Werbegestaltung
von Firmenfahrzeugen bis
hin zur handgeschriebe- nen Urkunde.
Kalligraphische Arbeiten werden nach
den individuellen Wünschen meiner Kunden und dem Anlaß des jeweiligen Schreibens
ausgeführt.
Gestalterische Eintragungen in das
Goldene Buch der Stadt Bad Nauheim, Anfertigen von Urkunden für Kommunen bei
Grundsteinlegungen, sowie die Gestaltung von Stammbäumen, Ahnentafeln und vieles mehr
möchte ich hier als Beispiele anführen.
Von der römischen Kapitalis über die
Unzialschrift bis hin zu den unterschiedlichsten Frakturschriften reicht die Palette
meiner handgeschriebenen Urkunden. Ein eigens für meine Schreibtätigkeit entworfenes,
spätgotischen Majuskeln nachempfundenes Alphabet fließt auf Wunsch in die Gestaltung
meiner Arbeiten ein.
Auch finden sich modern gestaltete Urkunden in meinem Repertoire, die mit
dem Duktus meiner eigenen Handschrift ausgeführt werden. Ausgefallene Wünsche, wie
ornamentale und bildliche Elemente werden ebenso berücksichtigt, wie Vergoldungen im
laufenden Schrift- text. Weiterhin besteht die Möglichkeit eine exklusive Urkunde im
Stile mittel- alterlicher Buchmalerei gefertigt zu bekommen. Hierbei wird auf Kalbs- oder
Ziegenpergament gearbeitet, wobei Schriften aus der Karolingerzeit bis hin zur Renaissance
Anwendung finden. Eine solche Prunkausfertigung wird mit selbst hergestellter Tinte und
mit einem Federkiel geschrieben; die Anfangs- buchstaben (Majuskeln) werden dann mit
24karätigem Blattgold vergoldet.
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