Wandmalerei
Die farbige Gestaltung von
Hausfassaden ist im Grunde keine neue Errungenschaft. Nachweislich reicht sie bis in die
Zeit der Antike zurück. Die Ägypter, die Mesopotamier und noch andere Völker haben sie
gekannt. Die Marmorfassaden der griechischen Tempel waren zum Teil bemalt und die
Skulpturen der Giebel bunt gefaßt.
All dies war aber noch nicht
Fassadenmalerei im eigentlichen Sinn, denn hierbei sollte nur die Plastik eines Baus
betont werden. Im Gegensatz dazu soll aber Fassadenmalerei zunächst einmal die Illusion von Architektur vermitteln. Es wurden
Fenster und Türen gemalt, die es in Wirklichkeit gar nicht gab, ebenso Stufen, Säulen,
Balustraden und reicher, ornamentaler und figürlicher Schmuck; alles dies auf die
nackten Hauswände.
Fassadenmalerei
Fassadenmalerei in unserem Sinn beginnt wohl erst
mit den frühen Außenmalereien an Kirchen. Das ganze Mittelalter hindurch wurden auf
diese Weise Außenwände gestaltet, vor allem aber in der Gotik, im Zusammenhang mit dem
Entstehen großer, verputzter Flächen. Die häufigsten Motive dieser Malereien waren
Darstellungen der unterschiedlichsten Heiligen, wobei der Heilige Christophorus vorwiegend
als Bildvorlage diente. Eines der ältesten Zeugnisse aus der Mitte des 12. Jahrhunderts
ist das Gemälde von St. Christophorus an der Schlosskirche von Hocheppan in Südtirol.
Die Menschen jener Zeit waren der
festen Überzeugung, daß sie an dem Tag, an dem sie das Bild des Heiligen gesehen
hätten, nicht vom Tode überrascht würden; ein Christ sollte und wollte ja eines
wohlvorbereiteten Todes sterben.


Fassadenmalerei findet man vor allem
in Süddeutschland. Die Grenze dürfte etwa die Mainlinie sein. Drei Wege mag es geben,
auf denen die süddeutsche Fassadenmalerei zur
Zeit der Renaissance Impulse bekommen hat.
Sie beginnen alle in Italien, vor allem in Oberitalien. Es ist erstens der Weg
über die Schweiz in das Rhein- und Bodensee- gebiet
und den Rhein entlang bis in das Elsaß, darüber hinaus weiß man von
Fassadenmalerei in Frankfurt, Köln und Brüssel.
Der zweite Weg führt über den
Brenner nach Tirol und weiter in das Altbayerische, vor allem in das Oberbayerische. Zum
Dritten führt der Einfluss über Salzburg in die böhmischen Länder, weiter bis nach
Dresden und endlich auch nach Schlesien. 
In Hessen ist die Lüftl- bzw.
Fassadenmalerei recht selten anzutreffen, aber in den Bergregionen der Rhön, im Taunus
und im Vogelsberg sind vereinzelte Orte, in denen Hauswände mit Malereien geschmückt
sind.
In der Wetterau und über ihre Grenzen hinaus konnte ich in meiner bald 30jährigen
Berufserfahrung unzählige Wandgemälde mit den unterschiedlichsten Motiven schaffen.
Da diese Wandmalerei für unsere
Region keine typische Gestaltungstechnik für Häuser und Wandflächen darstellt, versuche
ich bei der Motivwahl eines Gemäldes auf die regionalen Gegebenheiten, wie Landschaften,
Tiere und Menschen zu achten.
Zur Technik der Lüftlmalerei
Wenn man über die Malerei spricht, so
gilt eigentlich auch hier, wie so oft in der Kunst: Im Anfang war das Handwerk.
Die Fassadenmalerei ist Freskomalerei. Im
Gegensatz zu der Malerei auf trockenen Verputz in Kalktünche oder mit Tempera-Emulsionen,
die man al secco nennt, malt man in den nassen Kalkmörtel al fresco. Das Wasser
verdunstet, und gleichzeitig nimmt der Kalk (Kalziumoxyd) unter Bildung von
Kalziumkarbonat Kohlensäure aus der Luft auf.

Es bildet sich auf der Oberfläche des
Bildes ein glasiges, marmor- artiges Häutchen kristallinisch kohlensauren Kalkes, das die
Farben wasserunlöslich mit dem Grund verbindet und ihnen den eigentümlichen feinen
Schimmer des Freskobildes verleiht. Diesen Trocknungs- vorgang nennt man Verkieselung. Die
optische Schönheit der Freskomalerei wird von keiner anderen Wand- bzw. Maltechnik
erreicht, geschweige denn übertroffen.
Feinheiten und bestimmte Farbelemente
in der Malerei wurden nach der Austrocknung des Freskos meist in secco ausgeführt. Bei
reinen Freskomalereien ohne jegliche Nacharbeiten handelt es sich meist um ältere
Arbeiten.
Bei den meisten neueren Wandmalereien
wurde und wird auch heute noch vorwiegend in der einfacheren Seccotechnik mit
Silikatfarben gearbeitet.
Heute werden in der Fassadenmalerei modernere und den geänderten
Anforderungen entsprechende Farben verwendet. Neben der alten und heute wieder sehr
gefragten Silikatfarbe sind Acryl- und Dispersionsfarben sowie die neu entwickelte
Silikonharzfarbe in Gebrauch. Bei meinen Fassadenmalereien verwende ich vorwiegend die
bewährten Silikatfarben mit ihrem matten Charakter, ebenso wie die sich gut bewährten
Acrylfarben.
Verschiedene Motive an Fassaden
Nun folgen einige Beispiele meiner
Arbeiten, die ich im Laufe der Jahre angefertigt habe.





Goethe in Wetzlar 1772





Illussionsmalerei
Einige neuere Beispiele.


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