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WandmalereiDorisches Gebälk vom Parthenon (griechischer Tempel, dorische Polychromie)

Die farbige Gestaltung von Hausfassaden ist im Grunde keine neue Errungenschaft. Nachweislich reicht sie bis in die Zeit der Antike zurück. Die Ägypter, die Mesopotamier und noch andere Völker haben sie gekannt. Die Marmorfassaden der griechischen Tempel waren zum Teil bemalt und die Skulpturen der Giebel bunt gefaßt.

All dies war aber noch nicht Fassadenmalerei im eigentlichen Sinn, denn hierbei sollte nur die Plastik eines Baus betont werden. Im Gegensatz dazu soll aber Fassadenmalerei zunächst einmal die  Illusion von Architektur vermitteln. Es wurden Fenster und Türen gemalt, die es in Wirklichkeit gar nicht gab, ebenso Stufen, Säulen, Balustraden und reicher, ornamentaler und figürlicher Schmuck; alles dies auf die „nackten“ Hauswände.

 

 

Fassadenmalerei

Wandgemälde St. Christophorus in Oppershofen (1976)Fassadenmalerei in unserem Sinn beginnt wohl erst mit den frühen Außenmalereien an Kirchen. Das ganze Mittelalter hindurch wurden auf diese Weise Außenwände gestaltet, vor allem aber in der Gotik, im Zusammenhang mit dem Entstehen großer, verputzter Flächen. Die häufigsten Motive dieser Malereien waren Darstellungen der unterschiedlichsten Heiligen, wobei der Heilige Christophorus vorwiegend als Bildvorlage diente. Eines der ältesten Zeugnisse aus der Mitte des 12. Jahrhunderts ist das Gemälde von St. Christophorus an der Schlosskirche von Hocheppan in Südtirol.

Die Menschen jener Zeit waren der festen Überzeugung, daß sie an dem Tag, an dem sie das Bild des Heiligen gesehen hätten, nicht vom Tode überrascht würden; ein Christ sollte und wollte ja eines wohlvorbereiteten Todes sterben.


St. Joseph mit dem jungen Jesus. Wandgemälde in Pfaffenwiesbach (2003)                         Detailvergrößerung Joseph

Detailvergrößerung Jesus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     

Fassadenmalerei findet man vor allem in Süddeutschland. Die Grenze dürfte etwa die Mainlinie sein. Drei Wege mag es geben, auf denen die süddeutsche Fassadenmalerei zur
Zeit der Renaissance Impulse bekommen hat.
Sie beginnen alle in Italien, vor allem in Oberitalien. Es ist erstens der Weg über die Schweiz in das Rhein- und Bodensee- gebiet
und den Rhein entlang bis in das Elsaß, darüber hinaus weiß man von Fassadenmalerei in Frankfurt, Köln und Brüssel.

 

Der zweite Weg führt über den Brenner nach Tirol und weiter in das Altbayerische, vor allem in das Oberbayerische. Zum Dritten führt der Einfluss über Salzburg in die böhmischen Länder, weiter bis nach Dresden und endlich auch nach Schlesien. St. Florian - Hausfassade in Oppershofen (2000)

In Hessen ist die Lüftl- bzw. Fassadenmalerei recht selten anzutreffen, aber in den Bergregionen der Rhön, im Taunus und im Vogelsberg sind vereinzelte Orte, in denen Hauswände mit Malereien geschmückt sind.
In der Wetterau und über ihre Grenzen hinaus konnte ich in meiner bald 30jährigen Berufserfahrung unzählige Wandgemälde mit den unterschiedlichsten Motiven schaffen.

Da diese Wandmalerei für unsere Region keine typische Gestaltungstechnik für Häuser und Wandflächen darstellt, versuche ich bei der Motivwahl eines Gemäldes auf die regionalen Gegebenheiten, wie Landschaften, Tiere und Menschen zu achten.

Zur Technik der Lüftlmalerei

Wenn man über die Malerei spricht, so gilt eigentlich auch hier, wie so oft in der Kunst: Im Anfang war das Handwerk.

„Die  Fassadenmalerei ist Freskomalerei.“ Im Gegensatz zu der Malerei auf trockenen Verputz in Kalktünche oder mit Tempera-Emulsionen, die man al secco nennt, malt man in den nassen Kalkmörtel al fresco. Das Wasser verdunstet, und gleichzeitig nimmt der Kalk (Kalziumoxyd) unter Bildung von Kalziumkarbonat Kohlensäure aus der Luft auf.
Bernhard v. Clairvaux mit Maria in Oppershofen

Es bildet sich auf der Oberfläche des Bildes ein glasiges, marmor- artiges Häutchen kristallinisch kohlensauren Kalkes, das die Farben wasserunlöslich mit dem Grund verbindet und ihnen den eigentümlichen feinen Schimmer des Freskobildes verleiht. Diesen Trocknungs- vorgang nennt man Verkieselung. Die optische Schönheit der Freskomalerei wird von keiner anderen Wand- bzw. Maltechnik erreicht, geschweige denn übertroffen.

Feinheiten und bestimmte Farbelemente in der Malerei wurden nach der Austrocknung des Freskos meist in secco ausgeführt. Bei reinen Freskomalereien ohne jegliche Nacharbeiten handelt es sich meist um ältere Arbeiten.

Bei den meisten neueren Wandmalereien wurde und wird auch heute noch vorwiegend in der einfacheren Seccotechnik mit Silikatfarben gearbeitet.

Armor und Putten in einem Wohnhaus in BauernheimHeute werden in der Fassadenmalerei modernere und den geänderten Anforderungen entsprechende Farben verwendet. Neben der alten und heute wieder sehr gefragten Silikatfarbe sind Acryl- und Dispersionsfarben sowie die neu entwickelte Silikonharzfarbe in Gebrauch. Bei meinen Fassadenmalereien verwende ich vorwiegend die bewährten Silikatfarben mit ihrem matten Charakter, ebenso wie die sich gut bewährten Acrylfarben.


Verschiedene Motive an Fassaden

Nun folgen einige Beispiele meiner Arbeiten, die ich im Laufe der Jahre angefertigt habe.

Sonnenuhr in Oppershofen (2001)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mäusebussard in Dorfgüll


Auerhahn in Inheiden

Jungfohlen in Münzenberg (1994)


Hafflinger-Pferde in Pfaffenwiesbach

Wandgemälde Stute mit Fohlen in Kirchgöns (2003)

Rehbock in Griedel

Milchkutsche in Oberrosbach

Wetterauer Landschaft Butzbach-Münster (2000)

Berglandschaft Dolomiten Cortina in Friedberg Eissalon Cortina (2003)

 

Goethe in Wetzlar 1772

Stadtansicht von Wetzlar mit Historischer Lahnbrücke. Wandgemälde in einem Cafe in Wetzlar (2003)

Goethe in Wetzlar 1772

Detailvergrößerung Goethe

Detailvergrößerung Goethe

Detailvergrößerung Goethe

 

Illussionsmalerei

Einige neuere Beispiele.

Venus und Amor im Atelier von Manfred Breitmoser (1986)

 

 

 

 

 

 

 

Nixe in einem römischen Bad in Offenbach (2001)  


Sich zierende Nixe in einem Sanitärbetrieb Gräfenwiesbach (2002)

Sich zierende Nixe in einem Sanitärbetrieb Gräfenwiesbach (2002) Sich zierende Nixe in einem Sanitärbetrieb Gräfenwiesbach (2002)


Wandbild in einer Ferrari-Garage

(c) 2002-2003 by Manfred Breitmoser, Oppershofen