Restaurierung
Der Berufsbild des Restaurators hat
drei wesentliche Bezugspunkte: Handwerk, Wissenschaft und Kunst.
Aus dem Handwerk hat sich dieser
Berufsstand entwickelt und alle wesentlichen Gliederungen innerhalb dieses Berufes sind
notwendigerweise die gleichen wie beim Handwerk selbst. Das Wort Handwerk muss man
allerdings in seinem originalen Sinn verstehen, denn es hat im Gebrauch, besonders weil es
ständig in den Zusammen- schluss Industrie und Handwerk benutzt wird, viel
von seiner früheren Wertigkeit verloren.


Wesentliche Qualitäten der
handwerklichen Vorgehensweise sind jedoch trotz aller Mechanisierungs-Prozesse in den
Werkstätten erhalten geblieben und sie sind für die Restauratoren so wichtig wie für
die Handwerker. Zum einen ist es die lebendige und intensive Beziehung zu den
althergebrachten Materialien und Werkzeugen und zum anderen das Verständnis für erprobte handwerkliche Techniken und natürlich auch die
Fähigkeit und Lust, mit den Händen zu arbeiten.
Darüber hinaus muss der Restaurator
auch einen leichten Zugang zu den Erkennt- nissen der Wissenschaft haben, die sein
Tätigkeitsfeld betreffen. Er muss kein Forscher sein, sollte aber in der Lage sein, die
Ergebnisse neuester, wissenschaftlicher Erkenntnisse auf den Restaurierungssektor
sinngemäß dort einzusetzen, wo sie zu besseren Resultaten in seiner Tätigkeit führen.
Der dritte Bezugspunkt
des Restaurators ist die Kunst. Ein Restaurator ist kein Künstler, denn erschafft nichts
aus sich und seinem eigenen Willen. Er muss aber sehr wohl eine große künstlerische
Begabung haben und ein Kenner und Liebhaber der Objekte sein, die er zu restaurieren
pflegt, denn nur hier durch ist ihm möglich zu erleben und im gleichen Sinn
nachzuvollziehen, was andere Handwerker und Künstler aus einer anderen Zeit geschaffen
haben. Mit seiner praktischen Arbeit am jeweiligen Kunstwerk übernimmt er hierbei eine
besondere Verantwortung für ein unersetzliches Original.
Restaurator im Handwerk
In den letzten Jahren wird dem
Bauhandwerk wieder ein größerer Stellenwert bei- gemessen. Mit der zunehmenden
Wertschätzung historischer Bausubstanz, den denkmalpflegerischen Bemühungen zur
Erhaltung der vielen Baudenkmäler und Altbausanierungen, sind die historischen
Bautechniken und mit ihnen die Literatur
und die Begriffe geschichtlicher Baumethoden wieder aktuell geworden.
Das Wissen um die alten Techniken und
Produkte und das Können vieler Handwerker ist im Laufe der Jahrzehnte verloren gegangen.
In unseren Schulen und Handwerks- betrieben sind immer weniger Traditionen, Werte und
Maßstäbe weitergegeben worden. Auf Grund dieser Entwicklung ist eine vermehrte Gründung
von Schulungs- einrichtungen in der Bundesrepublik zu verzeichnen.

Stellvertretend für diese
Einrichtungen wäre hier das wohl bekannteste hessische Fortbildungszentrum in Fulda zu
nennen. Die 1980 als Förderverein gegründete Einrichtung erhielt 1991, nach der
Wiedervereinigung seinen heutigen Namen: Deutsches Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege
Propstei Johannisberg Fulda e.V. In dem Fortbildungszentrum werden seit 1981 Gesellen und
Meister im Maler-, Stukateur-, Zimmerer-, Tischler- und Maurerhandwerk auf die oft
schwierigen und anspruchvollen Arbeiten in der Denkmalpflege in Seminaren vorbereitet.
Ab dem Jahre 1984 empfahl der Deutsche
Handwerkskammertag die Schaffung des rechtlich geschützten Titels Restaurator im
Handwerk für die einzelnen Gewerke,
den die Absolventen einer Meisterfortbildung nach der Ablegung einer Prüfung von
den Handwerkskammern erhalten sollten. Der Restaurator im Handwerk bedeutet nichts
anderes als Handwerker in der Denkmalpflege.
Der Handwerksmeister
betritt mit dieser Fortbildung in der Tat kein Neuland, sondern bleibt, wie das Sprichwort
sagt bei seinem Leisten. Durch seine Schulung wird er befähigt,
denkmalpflegerische Sanierung unter Wahrung historisch schützenwerter Substanz nach
entsprechenden Voruntersuchungen durchzuführen.
Meine zweijährige Ausbildung zum
Restaurator im Handwerk absolvierte ich von 1984 bis 1986 im Ausbildungszentrum für
Handwerk und Denkmalpflege Propstei- Johannis- berg Fulda e.V.. mit der anschließenden
staatlichen Prüfung vor der Handwerkskammer Kassel. Da ich meine dreijährige Lehrzeit
bei einem Kirchenmaler und Vergoldermeister erhielt bin ich recht früh an die
unterschiedlichsten Vergolder- und Restaurierungs- arbeiten herangeführt worden.
Seit der Gründung meines Betriebes
1976 bin ich neben der Dekorationsmalerei haupt- sächlich auf dem restauratorischem
Sektor tätig und seit 1986 liegt der Schwerpunkt meiner Arbeit auf der Restaurierung und
Vergoldung von Skulpturen und Sakralkunst. |