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Restaurierung

Der Berufsbild des Restaurators hat drei wesentliche Bezugspunkte: Handwerk, Wissenschaft und Kunst.

Aus dem Handwerk hat sich dieser Berufsstand entwickelt und alle wesentlichen Gliederungen innerhalb dieses Berufes sind notwendigerweise die gleichen wie beim Handwerk selbst. Das Wort Handwerk muss man allerdings in seinem originalen Sinn verstehen, denn es hat im Gebrauch, besonders weil es ständig in den Zusammen- schluss „Industrie und Handwerk“ benutzt wird, viel von seiner früheren Wertigkeit verloren.

Barockes Holzkreuz - Privatbesitz - vor der Restaurierung

Barockes Holzkreuz - Privatbesitz - nach der Restaurierung

Wesentliche Qualitäten der handwerklichen Vorgehensweise sind jedoch trotz aller Mechanisierungs-Prozesse in den Werkstätten erhalten geblieben und sie sind für die Restauratoren so wichtig wie für die Handwerker. Zum einen ist es die lebendige und intensive Beziehung zu den althergebrachten Materialien und Werkzeugen und zum anderen das Verständnis für erprobte  handwerkliche Techniken und natürlich auch die Fähigkeit und Lust, mit den Händen zu arbeiten.

Darüber hinaus muss der Restaurator auch einen leichten Zugang zu den Erkennt- nissen der Wissenschaft haben, die sein Tätigkeitsfeld betreffen. Er muss kein Forscher sein, sollte aber in der Lage sein, die Ergebnisse neuester, wissenschaftlicher Erkenntnisse auf den Restaurierungssektor sinngemäß dort einzusetzen, wo sie zu besseren Resultaten in seiner Tätigkeit führen.

Restaurierung und Vergoldung des Altars in der Georgs-Kapelle in Friedberg (1998) Detailaufnahme St.Georg

Der dritte Bezugspunkt des Restaurators ist die Kunst. Ein Restaurator ist kein Künstler, denn erschafft nichts aus sich und seinem eigenen Willen. Er muss aber sehr wohl eine große künstlerische Begabung haben und ein Kenner und Liebhaber der Objekte sein, die er zu restaurieren pflegt, denn nur hier durch ist ihm möglich zu erleben und im gleichen Sinn nachzuvollziehen, was andere Handwerker und Künstler aus einer anderen Zeit geschaffen haben. Mit seiner praktischen Arbeit am jeweiligen Kunstwerk übernimmt er hierbei eine besondere Verantwortung für ein unersetzliches Original.

Restaurator im Handwerk

In den letzten Jahren wird dem Bauhandwerk wieder ein größerer Stellenwert bei- gemessen. Mit der zunehmenden Wertschätzung historischer Bausubstanz, den denkmalpflegerischen Bemühungen zur Erhaltung der vielen Baudenkmäler und Altbausanierungen, sind die historischen Bautechniken und mit ihnen die Literatur
und die Begriffe geschichtlicher Baumethoden wieder aktuell geworden.

Das Wissen um die alten Techniken und Produkte und das Können vieler Handwerker ist im Laufe der Jahrzehnte verloren gegangen. In unseren Schulen und Handwerks- betrieben sind immer weniger Traditionen, Werte und Maßstäbe weitergegeben worden. Auf Grund dieser Entwicklung ist eine vermehrte Gründung von Schulungs- einrichtungen in der Bundesrepublik zu verzeichnen.

Anstricharbeiten an dem Ostheimer Rathaus (1995)

Stellvertretend für diese Einrichtungen wäre hier das wohl bekannteste hessische Fortbildungszentrum in Fulda zu nennen. Die 1980 als Förderverein gegründete Einrichtung erhielt 1991, nach der Wiedervereinigung seinen heutigen Namen: Deutsches Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege Propstei Johannisberg Fulda e.V. In dem Fortbildungszentrum werden seit 1981 Gesellen und Meister im Maler-, Stukateur-, Zimmerer-, Tischler- und Maurerhandwerk auf die oft schwierigen und anspruchvollen Arbeiten in der Denkmalpflege in Seminaren vorbereitet.

Ab dem Jahre 1984 empfahl der Deutsche Handwerkskammertag die Schaffung des rechtlich geschützten Titels “Restaurator im Handwerk“ für die einzelnen Gewerke,
den die Absolventen einer Meisterfortbildung nach der Ablegung einer Prüfung von
den Handwerkskammern erhalten sollten. Der Restaurator im Handwerk bedeutet nichts anderes als Handwerker in der Denkmalpflege.

Gipsfigur Joseph mit dem Christuskind - Privatbesitz - vor der Restaurierung Gipsfigur Joseph mit dem Christuskind - Privatbesitz - nach der Restaurierung

Der Handwerksmeister betritt mit dieser Fortbildung in der Tat kein Neuland, sondern bleibt, wie das Sprichwort sagt „bei seinem Leisten“. Durch seine Schulung wird er befähigt, denkmalpflegerische Sanierung unter Wahrung historisch schützenwerter Substanz nach entsprechenden Voruntersuchungen durchzuführen.

Meine zweijährige Ausbildung zum Restaurator im Handwerk absolvierte ich von 1984 bis 1986 im Ausbildungszentrum für Handwerk und Denkmalpflege Propstei- Johannis- berg Fulda e.V.. mit der anschließenden staatlichen Prüfung vor der Handwerkskammer Kassel. Da ich meine dreijährige Lehrzeit bei einem Kirchenmaler und Vergoldermeister erhielt bin ich recht früh an die unterschiedlichsten Vergolder- und Restaurierungs- arbeiten herangeführt worden.

Seit der Gründung meines Betriebes 1976 bin ich neben der Dekorationsmalerei haupt- sächlich auf dem restauratorischem Sektor tätig und seit 1986 liegt der Schwerpunkt meiner Arbeit auf der Restaurierung und Vergoldung von Skulpturen und Sakralkunst.


(c) 2002-2003 by Manfred Breitmoser, Oppershofen